ARCHIVE FOR July, 2007
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Aehm Ja. Gerade wieder aus 10-taegigem Urlaub aus Miami und Key West zurueck gekommen. Ich kann nur soviel sagen: ich glaube es hat sich etwas massgebliches in meinem Leben veraendert. Dabei geht es nicht um Koks, Spielsucht oder Alk (liebe Mutter). Es geht dabei um etwas sehr persoenliches, was mich zutiefst glueklich gemacht hat. Deswegen sitze ich hier nun 3 Stunden nach meiner Landung in NYC wieder in der allbekannten Bude und wuenschte ich waere nicht hier. Auch wenn mich die 52 Xtra-Birthsday-Mails am heutigen Tage doch sehr in Heimwehlaune versetzt haben (vielen Dank an alle die an mich gedacht haben), Deutschland ist gerade im Moment nicht mein primaeres Reiseziel. Ich schreibe es nicht, weil ich es jeden wissen lassen will. Ich schreibe es hier auf den Blog um es mir von der Seele zu schreiben. Und es hilft sehr. Wichtig ist, dass es etwas sehr postives ist.
Darueber hinaus kann ich zum 10-taegigen Trip nur so viel sagen: Miami ist relativ langweilig. Den Pappaufsteller von den Miami Vice Jungs hab ich nicht gefunden, ueberall entstehen neue Hotelhochhaeuser und auch sonst ist die Stadt sehr auf Tourismus aus und hat an Charme und kleinen schoenen Ecken nicht viel zu bieten. Sorry, Miami. Miami Beach ist die Atraktion. Sehr touristisch und einen Strand wie ich ihn noch nie gesehen habe. Weisser feiner Sand mit unersaettlicher Sonne, gepaart mit einem tuerkisenen Atlantic, der Badewannentemperatur besitzt. Auch wenn mir der Sonnenbrandt aus Barcelona eine Lehre war habe ich mir erneut einen geholt. Lange nicht so schlimm, nur ein bissl rot. Dabei dachte ich, dass SPF 45 und ein grosser Schirm fuer $15 pro Tag reichen sollte. Doch der Albedo-Effekt belehrte mich eines anderen. Nun gut. Da nicht nur der Strand herrlich war und die Sonne und die vielen netten Muecken, sondern auch die Mitfahrgelegenheit extremst, habe ich meine Naechte bis auf 3 bei der Familie im Haus verbracht. Wenn man von Leuten in deren Haus aufgenommen wird, die einen gar nicht kennen und darueber hinaus auch noch in der Gegend rumgefahren wird und gutes Abendessen serviert bekommt, dann macht einen das schon sehr glueklich. Und sie hatten ein Klavier, und das ist einfach fett, wenn Leute ein Klavier haben, OK?! Eine tolle Erfahrung also. Eine Nacht war ich bei Gail, die ich ueber Hospitality-Club kennengelernt habe. War hervorragend. Sie muss zwar immer um 9.30pm im Bett sein wegen serious sleeping problems, aber wir haben es doch hgeschafft bis 2am zu palabern. Die anderen beiden Naechte habe ich auf Key West verbracht. 3 Stunden davon mit diesem Boot, inklusive Schnorchelgang und Champagner. Key West lebt auf einer Seite hauptsaechlich vom Tourismus. Leider viel zu viel vom englischen, und deswegen gibt es dort auf der Haupttourifeiermeile mehr “Pub” als “el bar”. Auch jede Menge Hippies (das trifft es ziemlich gut) gibt es dort- zu sehen, die entweder die letzten Tage ihres Lebens aufgrund von Aids oder Krebs sich das Leben schoen machen wollen, oder als Kriegsveteran aus dem Vietnam jetzt nur noch Liebe spueren wollen, oder einfach nur so. Darueber hinaus ist Key West auch ziemlich bunt.
Gluecklicher Weise habe ich nicht nur Touribilder gemacht, sondern habe wirklich ernsthaft 3 Tage Bilder von der Tochter der Familie gemacht, die Modell werden will. Ich glaube zwar nicht dran, aber den rechten Zeigefinger trainieren schadet nie. Nun habe ich an diesem Rechner kein Photoshop und bedaure, dass viele Bilder immer noch in der Warteschleife haengen. Bald bald.
Nun versuche ich diesen Tag mir mal schoen zu machen und probiere auf dem Dach gleich mal die neuen Jonglierbaelle aus, die ich unter anderm auch von Christina bekommen habe. Das Paeckchen von ihr hat mich sehr gluecklich gemacht und mich das erste mal richtig in Geburtstagslaune versetzt. Muchos Gracias. Ich gruesse euch alle und poste sehr bald schon mal wieder viele Bilder.
Vacation
Da ich in New York nur rumhänge und nichts zu tun habe, werde ich nun für einige Tage nach Miami fahren. Fahren? Ja! 1500 Meilen mit einem Vater-Tochter Gespann. Übernachtet wird dann wohl in diesen typischen Motels. Gestern war ich auf einem kleinen back yard BBQ und habe sogar zufällig sogar jemanden von dort getroffen. Er meinte es sei awesome da und es ist auch voll awesome, weil es so awesome ist. Ich erwarte also Strand, Strand, Strand, viele mexikanische Einfluesse und zumindest mal einen Pappaufsteller von den Jungs. Am 23.7 bin ich dann wieder in New York und bereite mich auf mein Photokurs am International Center of Photography vor. Auch wenn man es nicht glaubt, aber dieser Kurs dreht sich explicit um “getting close”: Auf Menschen zu gehen und fotografieren und das nicht im touristischen Sinne, sondern mehr im privaten Sinne. Kann ich doch? Nein. Der Kurs findet an 2 Wochenenden bei Joseph Rodriguez statt. Soviel zum pflockster.
diggin it
Nachtrag: Mittlerweile bin ich schon sehr entspannt. Ich liege im Park und zeichne nach langer Zeit mal wieder. Thats fun, thats awesome, thats wonderful. Fuer die naechsten Tage plane ich mal nach Miami zu fahren um am Beach mein eight-pack zu demonstrieren. Yeah.


22 days later

Liebe Gemeinde,
Nun, ich bin sehr erfreut darueber, dass sich wohl einige schon Sorgen gemacht haben, ob ich noch lebe. Danke dafuer erstmal. Nun die ersten Tage waren schon ziemlich aufregend und spannend. Nachdem ich ja bei Sean 2 Tage Shooting verbracht habe, habe ich seitdem nichts mehr gemacht. Natuerlich habe ich meine eigene Kamera oft benutzt, doch was das abschauen und lernen von echten, coolen, hippen Starfotografen angeht, bin ich nicht weit gekommen. Zwar habe ich viele Kontakte geknuepft und erzaehle jedem immer fleissig, dass ich nach internships suche, doch bisher hat sich nichts ergeben. Vielleicht muss das ja auch so sein und ich muss lernen mal nichts zu tun, was ziemlich schwierig ist. Wer mich kennt, kann sich das schon denken. Aber so langsam komme ich dahinter: Ich stehe morgens frueh auf und kann machen was ich will. Eigentlich genau das, was mann immer machen sollte, wenn man im Urlaub ist. Und doch kann ich es nicht lassen: Staendig darueber nachzudenken, was ich tun soll, welches Projekt man machen kann, welche leute ich noch anrufen muss, wem ich noch schreiben, wen ich noch anrufen koennte um ein Praktikum zu bekommen. Ich weiss nicht ob es an mir liegt, dass ich immer auf 180 bin und was zwischen den Fingern brauche und ich meine Energie irgendwo rauslassen muss oder bin ich zu deutsch, um mal zu relaxen und nicht zu arbeiten. Staendig laesst sich Herr Gedanke 0815 bei mir blicken, um mir mitzuteilen, dass was tun muss um weiter zu kommen, das ich weiter fragen muss, weiter Telefonnummern sammeln muss. Ich kann ihn nicht verjagen. Ich bin noch so sehr auf diesen Gedanken fixiert, dass ich es nicht mal schaffe, mich wirklich fuer New York zu interessieren. Doch wuerde ich lesen und mich dafuer interessieren, was hinter den Fassaden von Chinatown steckt oder warum alle Nationen in New York vertreten sind und nicht in Iowa oder L.A., dann wuerde ich bestimmt automatisch auf Themen stossen, die mich interessieren. Doch die Geduld dafuer fehlt und darueber hinaus denke ich immer, ich muss es tun, sonst war ich in New York und kann nur wenig darueber erzaehlen, denn vom schauen allein, wird das Bild nicht das Beste. Mir fehlt der Inhalt. Es ist paradox.
Ich bin mir sicher, dass die Stadt ebenfalls ihren Teil dazu beitraegt. Sie ist hektisch, schnell und voller contests und competitions. das zerrt an den Nerven. Nicht das ich es nicht moegen wuerde. Ich liebe es. Aber es ist doch schwierig in einer Stadt wie NY zu sich zu finden und das Leben mal einfach das Leben sein lassen. Hola, wie einfuehlsam ich doch sein kann. HARR.
In drei Tagen werde ich in meine neue Wohnung einziehen. Es ist ein kleines Zimmer mit einer herrlichen Matratze und einem, durch eine gutbuergerliche Pappwand getrennt, Atelier-Wohnzimmer, was einer Loft gleich kommt. Viel Privatsphaere wird es nicht geben, doch das Leben in einer WG mit NYern wird mich freuen. Charlotte arbeitet in einer Galerie und ist selber Kuenstlerin. Die andere habe ich noch nicht kennen gelernt und wenn ich es richtig verstanden habe, werde ich sie auch nicht kennenlernen, das sie wohl nie da ist. Die neue Wohnung ist in Bushwick, was ein Stadtteil in Brooklyn ist. Hier scheint wohl der neue Hot Spot fuer Kuenstler und solche, die es noch werden muessen zu sein. Die Gegend ist rau, ein bissl verschandelt und nicht gerade der Eppendorfer Teil von Brooklyn. (Ich hoffe ihr ward schon mal in HH). Aber was
die ranzige Schanze so beliebt macht, macht eben auch diese gegend so beliebt. Ein paar leerstehende Lagerhaeuser werden zu Loft umfunktioniert, ein paar Ateliers und Showrooms hier und da und schon kommen auch die anderen Kuenstler, lassen sich nieder, die Gegend wird Hipp und teuer, und die Kuenstler ziehen in den naechsten Stadtteil. Dieses Ereignis spielt soch wohl seit einigen Zeiten ab. Angefangen in Dumbo, Brooklyn ueber Wiliamsburg, Brooklyn (unglaublich: Jeder ist anders angezogen und versucht isch mit den schraegsten Klamotten so stark wie moeglich vom anderen abzugrenzen. Trotzdem wohnen alle in einer Gegend, was die Sache wiederrum ein bisschen laecherlich macht.) und jetzt nach Bushwick, Brooklyn eben. Hippe Gegenden in Manhattan sind uebrigens: Soho (individuell und teuer) und Greenwich Village.
Ich bin also gespannt was die naechsten Wochen passieren wird und besuche weiterhin die Selbsthilfegruppe fuer workaholics. Was Bilder angeht: ich habe so viel fotografiert, dass ich das ganze Zeug erst mal aussortieren muss.
Hier aber schon mal ein bissl was aus Chinatown.
Es gruesst euch euer Pflock.